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OUTTAKES I

Du wirst sterben. Irgendwann. Ich ja auch. Vielleicht wird es etwas dauern. Nicht morgen. Hoffentlich nicht morgen. Selten sterben Menschen morgen. Manchmal schon. Oft dauert es aber immer ein paar Tage, Wochen, Monate.

Mit Glück, ja, vielleicht sogar Pech, dauert es jahr(zehnt)elang.

Und dann sterben wir. Und sind tot. Für immer. Ein ewiges sterben. Überall sterben, sterben, sterben. Kannst du es riechen? Ich kann es wirklich riechen.

Findest du das traurig? Ich finde das traurig. Selten finde ich es nicht besonders traurig, sondern eher beruhigend. Wenn die von der Steuer nerven, Liebeskummer, die Tode der anderen. Irgendwann wird es schon ein Ende haben. Dann aber schaltet sich gleich und ungefragt dieser Selbsterhaltungstrieb ein, erbarmungslos. Gelegentlich ist letzterer noch ekelhafter, als die immer wieder aufkommende Angst vor dem Tod. Die endgültige Stille.

Dann hakt er sich in all meinen Sehnsüchten, Ängsten und Wünschen fest, wie die Pest, wie Krebs, breitet er sich in mir aus. Er singt Lieder oder schreibt Gedichte. Schlechte Gedichte wie

aber honey

du willst noch nicht gehen

lass uns noch ein bisschen leben

„Ja, ich will doch nicht sterben.“, schreie ich.

„Aber honey, du wirst.“, meldet sich die Angst wieder zu Wort.

Was ich wirklich weiß, ist, dass das Leben nur kurz, der Tod aber viel länger, andauern wird. Womöglich, für immer, über jede nur vorstellbare Ewigkeit hinaus.

Alles andere ist jetzt.

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